Eine Einführung für Studierende der Kommunikationswissenschaft
mit einer kommentierten Liste relevanter Datenbanken für das Studium
von Karin Kolb und Götz Lange
Idee und Ursprung des Textes Bibliographieren und Recherchieren gehen auf den ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Essener Instituts für Kommunikationswissenschaft Thomas Jäger zurück. Jäger hat die Schrift im April 1994 veröffentlicht. Bereits im November 1995 wurde aufgrund der Nachfrage am Institut ein unveränderter Nachdruck notwendig. In vielen propädeutischen Veranstaltungen stand die Schrift als Leseempfehlung auf den Literaturlisten. Seit Jahren zirkulierten nur noch Kopien von Kopien unter den Studierenden.
Im Zusammenhang mit der Erstellung einer Liste relevanter Datenbanken für das Studium der Kommunikationswissenschaft kam uns die Idee, unsere Ergebnisse zur elektronischen Informationssuche mit der ursprünglichen Schrift von Jäger zu verbinden und so mit einer überarbeiteten und die neuesten Möglichkeiten der elektronischen Recherche berücksichtigende Fassung eine völlig neu eingerichtete und komplett aktualisierte Version dieser Einführung aus dem Jahr 1994 in Angriff zu nehmen. Thomas Jäger hat uns freundlicherweise die Nutzungsrechte an seiner Druckschrift übertragen. Unser Dank geht an Thomas Jäger und sein kooperatives Entgegenkommen.
In den meisten Einführungen ins Bibliographieren stehen Anleitungen zum konkreten Umgang mit Zitaten und verbindliche Regeln zum Zitieren im Mittelpunkt. Die Ausführungen von Jäger hingegen richten ihren Focus auf die Techniken des wissenschaftlichen Recherchierens und die kommunikationswissenschaftlich relevanten Fundorte. Während also in den gängigen Einführungen eher das Produkt des Bibliographierens im Focus steht etwa in Form verbindlicher Anweisungen für die Erfassung bibliographischer Angaben von Dokumenten, richtet dieser Text seine Aufmerksamkeit auf den Prozess des Bibliographierens.
Bis heute liegt sein besonderer Nutzen in der thematischen Breite der gelisteten Printnachschlagewerke für die Bearbeitung kommunikationswissenschaftlicher Fragestellungen, die auch interessante Hinweise auf Nachschlagewerke fachnaher Disziplinen gibt. Lesenswert und auch im aktuellen Kontext außerordentlich nützlich, sind Jägers Annotationen zu den Nachschlagewerken. Unsere redaktionellen Eingriffe beschränkten sich in diesen Fällen in der Regel auf die Aktualisierung der Daten zu Auflagen und Bandangaben, die nach fast 20 Jahren selbstredend veraltet sind. Neuere und lohnenswerte Print-Publikationen, die zu kommunikationswissenschaftlich relevanten Themen seitdem auf den Markt gekommen sind, haben wir in den entsprechenden Rubriken ergänzt.
Durch die Fusion der Universitäten Duisburg und Essen sind die alten Signaturen der UB Essen obsolet geworden; durch die Zusammenlegung der Einrichtungen verbreiterte sich das verfügbare Literaturangebot der nun neuen Universität Duisburg-Essen, da die Studierenden beider Campus nun Zugriff auf die UB des jeweils anderen Standortes haben. Auch dieser Veränderung haben wir bei unserer Aktualisierung des Textes Rechnung getragen.
Literaturangaben, die auf Veröffentlichungen weit vor die 1990er Jahr verwiesen, sind sofern nicht neu aufgelegt gestrichen und durch Hinweise auf aktuellere Literatur aus dem Bestand der UB Duisburg-Essen (wenn möglich nicht vor 1990) ersetzt worden. Nicht gestrichen wurden ältere Ausgaben, die von allgemein historiographischer Relevanz sind oder über andere Besonderheiten verfügen. Eine Ausnahme bildet das Kapitel Mehrsprachige Fach-Wörterbücher. Da unseren Recherchen zu Folge, seit den 1990er Jahre so gut wie keine Neuauflage bzw. neue mehrsprachige Fachwörterbücher für die hier einschlägigen Bereichen veröffentlicht wurden, haben wir hier keine Streichungen vorgenommen. Neu aufgenommen wurden hier die mehrsprachigen Wörterbücher zum Bereich Film und Fernsehen. Die Hinweise auf Printpublikationen im Bereich Bibliographien der Bibliographien, Nationalbibliographien, abgeschlossene sowie laufende Fachbibliographien sind insoweit aktualisiert worden, als für alle dort gelisteten Bücher jeweils nach aktuellen Veröffentlichungen gesucht wurde. Insgesamt vermuten wir jedoch, dass das Genre der Print-Bibliographien durch die Möglichkeiten der Nutzung elektronischer Ressourcen (Datenbanken) zusehends an Bedeutung verlieren wird. Da die von Thomas Jäger hier gesammelten und von uns aktualisierten Printbibliographien für die ein oder andere kommunikationswissenschaftliche Problemstellung jedoch noch von Relevanz sein könnten, haben wir uns entschieden, die Kapitel zu den Printbibliographien auch weiterhin in der Schrift zu belassen.
Was den Fließtext von Jäger betrifft, so haben wir unsere revidierenden Eingriffe sparsam vorgenommen. Offensichtliche Tippfehler wurden stillschweigend behoben; in Bezug auf Rechtschreibung und Orthographie sind wir anastatisch verfahren. Wenn Passagen der Kapitel an die aktuelle Situation angepasst werden mussten, haben wir dies gemacht ohne auch dies explizit kenntlich zu machen. Ungeachtet dieser Eingriffe, die im Rahmen der Aktualisierung notwendig wurden, ist im Fließtext des nun neuen Kapitels A noch viel von dem typischen Sprachduktus von Thomas Jäger erhalten geblieben.
Das Internet hat die Möglichkeiten des wissenschaftlichen Recherchierens weitreichend verändert. Zwar war es Anfang der 1990er Jahre bereits öffentlich zugänglich, den rasanten Aufstieg erreichte es jedoch erst etwa drei Jahre später durch das Hypertext-System www und die damit verbundenen deutlich anwenderfreundlicheren Nutzungsmöglichkeiten. Diese führen zu noch nicht absehbaren Veränderungen im Informationswesen und damit auch in der Literaturrecherche und -beschaffung der Wissenschaft. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung legt Teil B dieses Online-Dokuments den Focus auf die sogenannten Datenbanksysteme, deren Aufgabe darin besteht, große Datenmengen digital zu speichern und sie für Benutzer bereitzustellen.
Ungeachtet dieser zuweilen grenzenlos scheinenden Möglichkeiten der elektronischen Datenspeicherung und -verwaltung ist gezieltes Recherchieren, Bewerten und Weiterverarbeiten von Material im Kontext wissenschaftlicher Fragestellungen im Internet ein hoch komplexer Prozess, den es ebenfalls zu lernen gilt, damit die Suche weder im Trivialen verflacht noch wegen eines auf den ersten Blick unüberschaubaren Überangebots frustriert abgebrochen wird. Adäquate Suchstrategien erfüllen hierbei eine wichtige Funktion, dabei geht es nicht nur um die Beantwortung der Frage, welche passenden Stichworte oder Wortteile und deren logische Verknüpfung sinnvoll sind, sondern auch um die Klärung des Problems, in welchen Datenbanken oder Suchmaschinen überhaupt gesucht werden soll. Zwar hat sich die Verfügbarkeit wissenschaftlicher Texte in der Tat durch das World Wide Web erheblich verbessert, effizient nutzbar wird dieser Aspekt aber erst, wenn man auch über die entsprechenden netzbasierten Recherchekenntnisse und -fertigkeiten verfügt. Hierzu möchte der zweite und neue Teil der Publikation eine Hilfestellung bieten. Neben allgemeinen Informationen zu Datenbanken und Tipps zu Suchstrategien (vgl. die Ausführungen in den Kapiteln B 1 bis 3) findet sich dort eine kommentierte Liste von Datenbanken, die für das Studium der Kommunikationswissenschaft (und zuweilen auch darüber hinaus) besondere Relevanz besitzt. Jede dort gelistete Datenbank wird kurz charakterisiert und ist mit ihrer Internet-Adresse verlinkt. Die Gebühren für die Nutzung von Datenbanken sind sehr unterschiedlich. Bei manchen Anbietern ist die Suche kostenlos, der Download aber kostenpflichtig; bei anderen muss bereits für die Suche gezahlt werden; wiederum andere stellen alle Nutzungsangebote kostenlos zur Verfügung. Die Buchstaben am rechten Rand der Datenbank-Tabelle geben an, ob die Angebote kostenlos oder gebührenpflichtig sind.
Printpublikationen aus dem ersten Teil, die mittlerweile über Online-Präsenzen oder sogar über eine Online-Version verfügen, haben wir mit den entsprechenden Internet-Adressen und/oder mit der im zweiten Teil befindlichen Kurzbeschreibung der Datenbank intern verlinkt. Nicht zuletzt aufgrund dieser effektiven Nutzungsmöglichkeit haben wir uns bei der nun vorliegenden Fassung für ein digitales Dokument entschieden. Weitere Tipps zu den Nutzungsmöglichkeiten des Textes finden sich im Kapitel Hinweise zum Gebrauch.
Auch wenn wir wie bereits Jäger 1994 mit viel Sorgfalt die
Aktualisierung und Ergänzungen der Publikation vorgenommen haben, können wir
leider nicht garantieren, dass wir etwas übersehen haben und sich keine
Fehler eingeschlichen haben. Über Rückmeldung, wenn bei der Nutzung Fehler
oder Mängel anderer Art entdeckt werden, wären wir dankbar. Kritik und
Anregungen nehmen wir per E-Mail gerne entgegen unter:
langeleben@web.de
oder karin.kolb@uni-due.de.
Essen, im Januar 2012
Einführung in die aktualisierte Version
Hinweise zum Gebrauch